Straßen-Verkehr in Mühltal

In den vergangenen Jahren hat sich die Verkehrspolitik in Mühltal auf die Durchsetzung der Realisierung der Umgehungsstraße von Nieder-Ramstadt konzentrieren müssen. Nachdem diese nun fertiggestellt und die bisherige Ortsdurchfahrt von Nieder-Ramstadt von einer Bundesstraße zu einer Ortsstraße herab gestuft ist, sind Lösungen für weitere Verkehrsprobleme in Mühltal zu erarbeiten. Dazu gehören u.a.: die neuen Kreisel, der Bau einer neuen ampelgesteuerten Kreuzung mit der B 426 und der Zufahrt zu dem geplanten Gewerbegebiet „Auf Ruckelshausen“, die Verbesserung des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV), die Alte Darmstädter Straße, die Alte Dieburger Straße (Aldi-Autobahn) sowie die Optimierung des ruhenden Verkehrs.

Die Grundlage für die weitere Verkehrsplanung müssen dabei wissenschaftlich erhobene Daten bilden, die die neu entstehende Verkehrsentwicklung berücksichtigen. Die FDP Mühltal fordert, daß alle Ortsteile gleich behandelt werden. In den – ohnehin schon am stärksten belasteten – Ortsteil Nieder-Ramstadt darf kein Verkehr aus anderen Ortsteilen umgeleitet werden.

Zusätzlich sind Maßnahmen zur Verbesserung der Verkehrslenkung und -sicherheit zu realisieren, wie z.B. „Haifischzähne“, Durchfahrtsverbote für LKW in verschiedenen Straßen oder die Sicherung von schmalen Gehwegen und Schulwegen. Überörtlicher Durchgangsverkehr soll nach dem – von den Agenda 21-Gruppen erarbeiteten – kommunalen Handlungsprogramm zukünftig nur die Bundesstraßen B 449 und B 426 (neu) befahren dürfen.
Verkehrsvermeidung / LKW-Verkehr

Darmstadt ist mit starkem Durchgangsverkehr belastet, weil sich Darmstadt seit Jahrzehnten nicht auf ein Umgehungsstraßenkonzept einigen konnte. Deshalb müssen bis heute auch die Transit-LKW mitten durch Darmstadt fahren. Das hat zur Feinstaubproblematik in der Innenstadt geführt. Diese Probleme sind also in Darmstadt hausgemacht. Die FDP Mühltal kann deshalb nicht zustimmen, daß Landkreisgemeinden – wie Mühltal – mit LKW-Durchgangsverkehr noch mehr belastet werden, weil nur Darmstadt für den LKW-Transitverkehr gesperrt wird. Darmstadt hat die Realisierung einer Umgehungsstraße jahrzehntelang verschleppt und will sich – offenbar auf Kosten der Bürger im Landkreis – der Verantwortung für den Transitverkehr entziehen. Wegen der geplanten Umleitung des LKW-Verkehrs, der aufgrund der Feinstaubproblematik nicht mehr durch Darmstadt fahren darf, wird der LKW-Verkehr auf der B 426 noch zunehmen und nach dem Ausbau gleich wieder zur Überlastung führen.

Das ist für unsere Bürger nicht zumutbar. Die FDP Mühltal ist gegen eine derartige Verlagerung des LKW-Verkehrs und der Feinstaubproblematik in unsere Gemeinde und fordert – unter Einbeziehung der Stadt Darmstadt – ein schlüssiges Verkehrskonzept für den Transitverkehr durch und um Darmstadt.

Ferner fordern wir, daß nicht nur einzelne Meßtellen als Begründung für Sperrungen des LKW-Verkehrs herangezogen werden, sondern daß die entsprechenden Immissions- und Feinstaubwerte auch an anderen belasteten Stellen ermittelt werden. Erst die daraus folgende Beurteilung und eine Ermittlung des tatsächlichen Verkehrsaufkommens können in eine realistische Planung der Verkehrsführung in Darmstadt und im Landkreis münden.

Das Fehlen aussagekräftiger Feinstaub-Meßergebnisse im Landkreis darf nicht dazu führen, daß die Gemeinde Mühltal und ihre Bürger vom Schwerlastverkehr überrollt werden. Die FDP Mühltal kämpft dafür, daß Darmstadt endlich eine sinnvoll trassierte Umgehungsstraße realisiert und so auch selbst zur LKW-Verkehrsentlastung beiträgt.
Umgehungsstraße von Mühltal – Nieder-Ramstadt (B 426 neu)

Die FDP Mühltal hat sich von Anfang an und immer wieder mit Nachdruck für den Bau der Umgehungsstraße von Mühltal – Nieder-Ramstadt (B 426 neu) eingesetzt. Jetzt ist auch der Abschnitt durch den Lohbergtunnel fertig. Am 29.06.2007 um 1100 Uhr wurde er am Südportal in Anwesenheit des parlamentarischen Staatssekkretärs des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung, Achim Großmann, des Staatsministers des Hessischen Ministeriums für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung, Dr. Alois Rhiel, der Tunnelpatin Ruth Wagner, des Landrates des Landkreises Darmstadt-Dieburg, Alfred Jakoubek, des Bürgermeisters der Gemeinde Mühltal, Gernot Runtsch, des Präsidenten des Hessischen Landesamtes für Straßen- und Verkehrswesen, Wolfgang Scherz sowie den Nieder-Ramstädter Pfarrern Christoph Mohr und Hendrick Jolie, offiziell für den Verkehr freigegeben. Anschließend wurde dies lange erwartete Ereignis mit einem Straßenfest auf der Ober-Ramtädter Straße in Nieder-Ramstadt das ganze Wochende lang gefeiert. Das nebenstehende Bild aus der Broschüre „Bundesstraße 426 – Ortsumgehung Mühltal–Nieder-Ramstadt“ des Amtes für Straßen- und Verkehrswesen Darmstadt (ASV) zeigt die Lage des neuen Lohbergtunnels.

Die FDP Mühltal bedankt sich bei allen Beteiligten, die dazu beigetragen haben.

Dieser Moment wurde von den Bürgern in Nieder-Ramstadt sehnlichst erwartet, damit sie endlich von dem seit langem unzumutbaren Durchgangsverkehr entlastet werden. Tausende von Menschen, die am Sondergrenzgang mit einer Tunnelbegehung am 24.06.2007 um 1130 Uhr teilnahmen, zeigten erneut das große Interesse der Bevölkerung an der Fertigstellung des Lohbergtunnels. Das nebenstehende Bild aus der Broschüre „Bundesstraße 426 – Ortsumgehung Mühltal–Nieder-Ramstadt“ des Amtes für Straßen- und Verkehrswesen Darmstadt (ASV) zeigt das Nordportal kurz vor der Freigabe für den Verkehr.

Gleichzeitig wurde die B 426 im Bereich der Felsnase verbreitert und begradigt. Nach Berichten des Darmstädter Echo wird nun in diesem Bereich doch ein Radweg gebaut: mit rund 6 Jahren Verzögerung!
Die (fast) unendlich lange Vorgeschichte

Hier einige Daten zur – endlich fertigen – Umgehungsstraße von Mühltal – Nieder-Ramstadt (B 426 neu), die wohl einmalig sind und für sich sprechen:

  • Die Planungen an der Umgehungsstraße Mühltal – Nieder-Ramstadt (B 426 neu) zogen sich über 44 Jahre hin!!
  • Die Umgehungsstraße Mühltal – Nieder-Ramstadt (B 426 neu) ist die letzte Umgehungsstraße, die im Zuge der B 426 zwischen Ober-Ramstadt und Pfungstadt gebaut wird, obwohl hier im Ortsteil Nieder-Ramstadt das engste Nadelöhr ist, das entlastet werden muß.
  • Die Ortsdurchfahrt von Nieder-Ramstadt ist die engste in ganz Hessen, vielleicht sogar die engste Ortsdurchfahrt einer Bundesstraße in ganz Deutschland!
  • Der Abstand der gegenüberliegenden Hauswände ist nur 4,10 m!
  • Eine Begegnung von LKWs oder Bussen ist nicht möglich!
  • Es ist kein Platz für Fußwege: Fußgänger sind permanent in Lebensgefahr!! Fußgänger müssen sich oft in Mauernieschen in Sicherheit bringen, wie man an obigen Bild erkennen kann.
  • Die Hauswände wurden schon mehrfach angefahren und beschädigt.
  • Derzeit fahren 11.000 Autos täglich durch Nieder-Ramstadt, nach der Freigabe der Umgehung sollen es nur noch knapp 5.000 sein.
  • Auf kommunaler Ebene gibt es seit Jahren völlige politische Einigkeit.

Die FDP Mühltal hat sich von Anfang an und immer wieder mit Nachdruck für den Bau der Umgehungsstraße von Mühltal – Nieder-Ramstadt (B 426 neu) eingesetzt. Die FDP hat nie mit Klagen oder der Forderung nach einem teuren Tunnel versucht, die Realisierung der B 426 neu zu verzögern oder gar zu verhindern. Umso mehr freuen wir uns, daß es in den letzten Jahren mit vereinten Kräften gelungen ist, die beteiligten Verkehrsminister in Wiesbaden und Berlin für die Dringlichkeit dieser Maßnahme zu sensibilisieren. Da es sich bei der B 426 neu um eine Bundesstraße handelt, ist der Bundesverkehrsminister in Berlin zuständig und muß die Maßnahme finanzieren. Der Hessische Verkehrsminister und das Amt für Straßen- und Verkehrswesen sind jedoch als Auftragsverwaltung für die Planung und den Bau zuständig.

Nach intensiven Bemühungen des FDP-Bundestagsabgeordneten Dr. Heinrich L. Kolb und des damaligen FDP-Fraktionsvorsitzenden in der Gemeindevertretung von Mühltal, Dieter Kirchhoff, hatten sich bereits am 14.01.2000 der Hessische Verkehrsminister Dieter Posch und am 01.09.2000 der parlamentarische Staatssekretär Siegfried Scheffler vom Bundesverkehrsministerium in zwei Ortsterminen persönlich ein Bild von dem unzumutbarem Zustand in der Ortsdurchfahrt von Nieder-Ramstadt gemacht. Die vom Mühltaler Bürgermeister, Gernot Runtsch, einberufenen Funktionskonferenzen, an denen Vertreter der Verkehrsministerien von Berlin und Wiesbaden, Bundes- und Landtagsabgeordnete sowie Kommunalpolitiker aller Parteien teilnahmen, koordinierten die Arbeiten aller Verantwortlicher. Presse, Radio und Fernsehen haben mehrfach in eindrucksvoller Weise über die unerträgliche Verkehrsbelastung in der Ortsdurchfahrt von Nieder-Ramstadt in Wort und Bild berichtet.

Am 17. Oktober 2000 hatte der damalige Hessische Verkehrsminister Dieter Posch (FDP) den Planfeststellungsbeschluß für den 2. Bauabschnitt der Ortsumgehung von Nieder-Ramstadt unterschrieben. Dabei sagte er u.a.: „Alle Voraussetzungen sind gegeben, mit dem Bau des 2. Bauabschnittes der Ortsumgehung von Nieder-Ramstadt ohne Verzögerung zu beginnen. Diese Ortsumgehung duldet keinen weiteren Aufschub. Die Ortsumgehung von Nieder-Ramstadt wird die überaus enge Ortsdurchfahrt von Durchgangsverkehr und insbesondere vom LKW-Verkehr entlasten. Das Maß an Lärm und Abgasen ist schon längst überschritten. Für Fußgänger und Radfahrer ist das Nadelöhr ein Gefahrenpunkt erster Ordnung (Bild: Hessischer Rundfunk, Redaktion Hessenschau). Wenn die Ortsumgehung gebaut wird, kann die Gemeinde Mühltal endlich eine umfassende Verkehrsberuhigung in der entlasteten Ortsdurchfahrt vorbereiten“. Am 25. Oktober 2000 kam dann aus Berlin die frohe Botschaft, daß aus den Zinsersparnissen der UMTS-Lizenz-Einnahmen des Bundes u.a. auch der 2. Bauabschnitt der Umgehungsstraße von Mühltal – Nieder-Ramstadt (B 426 neu) finanziert wird. Damit war die Planfeststellung, d.h. die Baureife, und die Finanzierung der Umgehungsstraße Mühltal – Nieder-Ramstadt (B 426 neu) erreicht. Das Amt für Straßen- und Verkehrswesen konnte nun mit allen vorbereitenden Arbeiten (Ausschreibungen usw.) beginnen.

Bereits am 8. Juni 2001 wurde der offizielle „erste Spatenstich“ durch den damaligen Hessischen Minister für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung: Dieter Posch (FDP) vorgenommen. Viele interessierte Bürger nahmen sich – trotz des sehr schlechten Wetters – die Zeit, um an diesem Ereignis teilzunehmen. Viel zu lange mußten vor allem die Anlieger der Ortsdurchfahrt von Nieder-Ramstadt auf dieses Ereignis warten!!

Zunächst wurden die Brücken über das Griesbachtal (links) und das Waschenbachtal (rechts) sowie die notwendigen Geländeeinschnitte vor den Tunnelportalen gebaut und die Hänge mit speziellen Ankern und Spritzbeton gesichert. Informationen des Amtes für Straßen- und Verkehrswesen Darmstadt (ASV) hierzu findet man hier.

Der Tunnelanstich war für Ende 2002 vorgesehen. Er mußte aber verschoben werden. Aufgrund neuer strengerer Sicherheitsvorschriften mußten die Fluchttunnel umgeplant und erneut planfestgestellt werden. Der Auftrag für den Tunnelbau wurde an die Firma Max Bögl Tunnelbau, München, in Arbeitsgemeinschaft mit der österreichischen Tunnel-Spezial-Firma Swietelsky, Graz, vergeben. Offizieller Baubeginn war am 12.08.2003, das offizielle Bauende sollte am 12.06.2006 sein. Anfang September 2003 erfolgte die Baustelleneinrichtung.

Am 20.02.2004 um 1100 Uhr erfolgte der offizielle Tunnelanschlag am südwestlichen Tunnelportal. Die Darmstädter Politikerin und Vizepräsidentin des Hessischen Landtags, Ruth Wagner (FDP), wurde Patin des insgesamt 1080 m langen Lohbergtunnels. Im Norden wurden bereits 112 m, im Süden 65 m in offener Bauweise hergestellt: die restlichen 903 m werden in bergmännischer Bauweise hergestellt. Frau Wagner übernahm am 20.02.2004 beim offiziellen Anschlag des Tunnels bei strahlendem Sonnenschein im Rahmen einer Feier dieses Ehrenamt. Der Tunnel wurde nach dem Vornamen der Tunnelpatin als „Ruth Tunnel“ benannt. Symbolisch wurde dabei eine Statue der Schutzpatronin der Bergleute, der Heiligen Barbara, durch die Nieder-Ramstädter Pfarrer Christoph Mohr und Hendrik Jolie geweiht und am Tunneleingang platziert. Eine zweite Barbara-Figur geht in den Besitz der Stollen-Patin über.

Am Tunnelanschlag nahmen auch die parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Verkehr-, Bau- und Wohnungswesen, Angelika Mertens (SPD), die Bundestagsabgeordneten Walter Hofmann (SPD) und Andreas Storm (CDU), der Hessische Staatsminister für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung, Dr. Alois Rhiel (CDU), der Landtagsabgeordnete Bernd Riege (SPD), der Abteilungsleiter im Hessischen Landesamt für Straßen- und Verkehrswesen, Hans-Gerhard Knöll, der Vorsitzende der CDU-Kreistagsfraktion, Prof. Dr. Hans Neunhoeffer (CDU), der Vorsitzende der FDP-Kreistagsfraktion, Klaus-Jürgen Hoffie (FDP), der Leiter des Darmstädter Amtes für Straßen- und Verkerswesen, Fred Nerschbach, der Mühltaler Bürgermeister, Gernot Runtsch (SPD), der stellv. Vorsitzende der Mühltaler Gemeindevertretung, Dieter Kirchhoff (FDP), der Bauleiter der Firma Swietelsky, Alexander Gasser, weitere Vertreter der genannten Baufirmen und viele Mühltaler Kommunalpolitiker sowie sehr viele Mühltaler Bürger teil. So wurde aus dieser Feier ein kleines Volksfest. Neben dem Darmstädter Echo, dem Lokalanzeiger, dem Kurier und dem Sonntags Morgenmagazin berichtete auch das Hessen Fernsehen. Die eigentlichen Tunnelarbeiten liefen seitdem auf beiden Seiten des Tunnels auf vollen Touren. Auf beiden Seiten mußte durch je einen dicken Schlauch von je einem großen Kompressor frische Luft in den Tunnel gepreßt werden.

Am 24.05.2004 ging erneut Tunnelpatin Ruth Wagner unter die Bergleute an der Baustelle des Lohbergtunnels und konnte erfreut feststellen, daß es bei den Bauarbeiten bisher keine Unfälle gab. Vom nordöstlichen Tunnelportal aus war man damals ca. 230 m, vom südwestlichen Tunnelportal aus ca. 280 m tief in den Berg eingedrungen. Damit war bereits damals mehr als die Hälfte der Kalotte der 903 m langen, bergmännisch aufgefahrenen Hauptröhre ausgebrochen. Die Tunnelarbeiten werden rund um die Uhr – auch nachts – weiter vorangetrieben.

Am 09.09.2004 gegen 9 Uhr gelang der Durchschlag der Kalotte. Ein Bagger durchschlug im Nieder-Ramstädter Lohberg-Tunnel den letzten Meter Fels und öffnete damit die 903 m lange, in bergmännischer Bauweise aufgefahrene Röhre, in der ab dem Jahr 2007 der Verkehr auf der B 426 neu um den Mühltaler Ortsteil herumgeführt werden soll. Auf dem nebenstehenden Bild sieht man die Tunnelpatin Ruth Wagner (FDP) und zwei Bergleute an der Durchbruchstelle. Die Tunnelbauer hatten damals damit – von Norden und Süden kommend – zunächst den oberen Teil des Stollens, die sogenannte Kalotte, durch den Berg getrieben. Damit war der Tunnel im Rohbau fast fertig.

Die Tunnelröhre war nun voll ausgebrochen und die Mineure sind längst abgezogen. Die Kalotte (oberer Teil des Tunnelquerschnitts), die Strosse (Mittelteil) und die Sohle (unterer Teil) sowie der parallel verlaufende Fluchtstollen waren voll ausgebrochen. Damit war der aufwändigste und gefährlichste Teil der Arbeiten erledigt. Das Tunnelportal am südwestlichen Tunnelausgang war nun im Rohbau fertig, der Innenausbau mit der gesamten Tunneltechnik danach in vollem Gange. Man kann schon erkennen, wie es nach seiner Fertigstellung etwa aussehen wird.

Jetzt waren für den Innenausbau des Tunnels die Betonbauer, Abdichter und Eisenflechter am Werk. Sie arbeiteten mit einem auf Schienen fahrenden sogenannten Ausbauzug, der aus dem Sohlewagen, dem Profilwagen, dem Abdichtungswagen, dem Bewehrungswagen, dem Schalwagen und dem Nachbehandlungswagen besteht. Die Sockel für die Schienen wurden erstellt, der Spritzbeton auf Unebenheiten und Risse überprüft, die Röhre mit wasserdicht verschweißten Kunststofffolien ausgekleidet, eine selbsttragende Stahlarmierung mit einem 40 cm dicken Betonmantel angebracht und – zur Vermeidung von Rissen – ein kontrolliertes Aushärten des Betons gewährleistet. Bei einer sehr informativen Tunnelbegehung am 15.09.2005 konnten sich Mühltaler Politiker ein Bild von den verschiedenen Arbeitsschritten beim Innenausbau des Tunnels machen.

Die Betoninnenverkleidung, der Straßenaufbau mit der Fahrbahndecke, die Gehwege, die 120 Meter lange Stützmauer außerhalb des Tunnels an der Nordseite und die Straßenanschlüsse nach draußen wurden bis zum Herbst 2006 komplett fertiggestellt. Erst danach konnte die gesamte Technik, wie die Tunnelbeleuchtung, die Belüftung des Stollens, die Drainagen, die Löschwasserleitungen, das Lüftungssystem, die Rauchgasabsaugung und alle anderen Sicherheitseinrichtungen eingebaut werden. Am 29.06.2007 sollen nun die ersten Autos zwischen Ober-Ramstadt und Eberstadt an Nieder-Ramstadt vorbeirollen können (s. o.).

 
Neue Kreisel in der Rheinstraße

Lange Zeit war die Einmündung der Industriestraße und der Flachsröße in die Rheinstraße ein neuralgischer Punkt. Die enge ampelgesteuerte Kreuzung konnte den durch das angesiedelte Gewerbe erhablich gestiegenden Verkehr – insbesondere den LKW-verkehr – nicht mehr aufnehmen und so kam es immer wieder zu langen Staus. Hier gab es auch einen überlasteten Abwasserkanal, der nach einem Starkregen immer wieder zur Überschwemmung dieser Kreuzung führte.

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Die Überlegungen, wie hier Abhilfe schaffen konnte, führten zu einer Planung, in der die Industriestraße und die Rheinstraße zwischen zwei neuen Verkehrskreiseln zu einer neuen vierspurigen Rheinstraße mit Mittelstreifen zusammengefasst wurden. Der Bau von Verkehrskreiseln ist immer dann sinnvoll, wenn die Verkehrsströme aus allen Richtungen etwa gleich groß sind.

Die FDP-Mühltal begrüßte diese Planung, die zwischenzeitlich realisiert wurde. Jeder Verkehrsteilnehmer kann sich heute von dem so erreichten erheblich verbesserten Verkehrsfluss – ohne Wartezeiten an einer Ampelkreuzung – überzeugen. Dies wird besonders deutlich nach der Fertigstellung der neuen Anbindung der Rheinstraße an die B426.

 
Verkehrsknoten B426 / Rheinstraße

Inzwischen ist der Bau der neuen Kreisel in der Rheinstraße wie auch der neue Knoten an der Einmündung der Rheinstraße fertig gestellt. Wie aus dem Plan zu ersehen ist, wird die Einmündung der Rheinstraße in die B426 mit der Einmündung der Zufahrt zu dem neuen Gewerbegebiet „Auf Ruckelshausen“ zu einer leistungsfähigen ampelgeregelten Kreuzung zusammengefasst. Zwei Ampelkreuzungen kurz hinter einander würden die Staugefahr wesentlich erhöhen. Da der Verkehrsfluss auf der B 426 viel größer ist, als der in die Rheinstraße und der in die Zufahrt zum neuen Gewerbegebiet „Auf Ruckelshausen“, ist hier eine ampelgeregelte Kreuzung sinnvoller als der Bau eines weiteren Verkehrskreisels. Die FDP–Mühltal begrüßt deshalb diese Baumaßnahme. Da die B426 eine Bundesstraße ist, übernimmt zudem der Bund den größten Teil der Baukosten.

Dabei war sich die FDP–Mühltal der Tatsache bewußt, dass die aufwändigen Bauarbeiten und die daraus resultierende recht lange Bauzeit insbesondere für Gewerbetreibende in der Rhein- und Industriestraße mit Entbehrungen und wirtschaftlichen Verlusten verbunden war. Eine – von uns angeregte – provisorische Anbindung der Rheinstraße schon während der Bauzeit wurde leider nicht umgesetzt. Nachdem nun alles fertiggestellt ist, hat diese neue leistungsfähige Kreuzung den Verkehrsfluß erheblich verbessert. Das Endergebnis kann sich sehen lassen.
Alte Darmstädter Straße

Im Jahr 1996 wurde der Kanal in der Alten Darmstädter Straße erneuert. Anschließend hätte der Eigenbetrieb die Straße wieder ordnungsgemäß so herstellen müssen, wie sie vorher war, ohne dass die Anlieger einen Kostenbeitrag hätten leisten müssen. Darauf wurde jedoch verzichtet, weil man die Straße verkehrsberuhigen wollte. Deshalb wurde nur eine Notdecke aufgetragen, bis eine neue Planung zur Neugestaltung der alten Darmstädter Straße vorliegt. Die Notdecke bekam jedoch immer wieder schnell neue tiefe Schlaglöcher.

Man konnte sich bis jetzt aber immer noch nicht auf einen mehrheitsfähigen Plan zur Sanierung einigen. Die seinerzeit für das Jahr 2003 zugesagten Landeszuschüsse konnten nicht genutzt werden. Der letzte Planungsstand wurde vom Ortsbeirat Trautheim erneut abgelehnt. Über die Ergebnisse der Gespräche am „runden Tisch“, an denen der Gemeindevorstand, die Verkehrsinitiative Trautheim (VIT), das Büro Fischer, das Amt für Straßen- und Verkehrswesen (ASV) sowie die Darmstadt-Dieburger Nahverkehrsorganisation (DADINA) teilgenommen haben, gibt es unterschiedliche Aussagen. Protokolle dieser Gespräche wurden den Fraktionen bisher nicht zugestellt. Fest steht aber, dass die Umsetzung der Pläne der VIT zu sehr hohen Kosten für die betroffenen Anlieger geführt hätte.

Erst aufgrund der Forderung der FDP Mühltal wurden die betroffenen Anlieger über die Kosten offiziell aufgeklärt werden, die sie bei Realisierung der verschiedenen Planungsvarianten – und abhängig von der Eingruppierung dieser Straße als reine Anliegerstraße, Straße für innerörtlichen oder überörtliche Durchgangsverkehr – bezahlen müssten. Die Kostenaufteilung nach der Straßenbeitragssatzung ist wie folgt:

  • Reine Anliegerstraße: 25% Gemeindeanteil und 75% Anliegeranteil,
  • Straße für innerörtlichen Durchgangsverkehr: 50% Gemeindeanteil und 50% Anliegeranteil,
  • Straße für überörtlichen Durchgangsverkehr: Landeszuschuß, vom Restbetrag: 75% Gemeindeanteil und 25% Anliegeranteil.

Eine reine Anliegerstraße verursacht also für die Anlieger die höchsten Kosten. Bei Straßen für innerörtlichen und überörtlichen Durchgangsverkehr müssen Mindeststandards für die Fahrbahnbreite eingehalten werden. Die Fahrbahnbreite darf nach Ansicht der FDP Mühltal nicht unnötig groß sein, damit kein überörtlicher Durchgangsverkehr angelockt wird. Strittig ist noch die Frage, ob der Verkehr zwischen den Ortsteilen (z.B.: Nieder-Beerbach und Traisa) bereits als überörtlicher Durchgangsverkehr anzusehen ist.

Eine unnötige Reduzierung der Stellplätze lehnt die FDP Mühltal ab. Kostenträchtige Zusatzausstattungen, wie z. B. ein Minikreisel, aufwändige Bushaltestellen, teure Aufpflasterungen, Verlegung von Versorgungsleitungen, sind überflüssig und treiben nur die Kosten unnötig in die Höhe. Diese Aussagen stimmen mit den Wünschen der betroffenen Anlieger, die einen Teil der Kosten (s.o.) tragen müssen, überein. Die FDP Mühltal konnte in letzter Minute verhindern, dass die betroffenen Anlieger mit unnötig hohen Kosten belastet wurden und fordert deshalb, daß die Alte Darmstädter Straße sachgerecht und kostengünstig saniert wird.

Bis heute ist jedoch nichts geschehen. Statt dessen wird über eine neue Satzung „wiederkehrende Straßenbeiträge“ beraten.

Alte Dieburger Straße

Wie der Presse zu entnehmen war, soll der südliche Teil der Alten Dieburger Straße im Ortsteil Trautheim (die sogenannten Aldi-Autobahn) entweder für den Verkehr ganz geöffnet oder ganz geschlossen werden. Eine Öffnung würde den sehr kostspieigen Ausbau des derzeit geteerten Feldweges zu einer regulären Straße voraussetzen (den sich die Gemeinde Mühltal bei der gegenwärtigen Finanzlage nicht leisten kann), die komplette Schließung würde weiteren Verkehr von Trautheim in den ohnehin schon wesentlich stärker vom Verkehr belasteten Ortsteil Nieder-Ramstadt verlagern, was auch nicht wünschenswert sein kann. Weil dies eine schwierige kommunalpolitische Entscheidung ist, hatte der frühere Bürgermeister Gernot Runtsch die heutige Lösung als Kompromiß gewählt.

Es wäre wünschenswert, wenn die Verlängerung der Alten Dieburger Straße (die sogenannte Aldi-Autobahn) bald wenigstens für den PKW-Verkehr freigegeben werden kann, um die Bürger aus dem südlichen Trautheim nicht zu großen Umwegen zu zwingen und den verkehrsmäßig am stärksten belasteten Ortsteil Nieder-Ramstadt nicht unnötig zusätzlich zu belasten. Das hängt allerdings davon ab, wann die Angelegenheit beim Widerspruchsausschuss des Landkreises Darmstadt-Dieburg entschieden wird.

Auch in der Arbeitsgruppe Verkehr der lokalen Agenda gab es immer wieder wenig am Gemeinwohl orientierte Debatten. Diese erschöpften sich meist in dem Versuch, den vorhandenen Verkehr vom Ortsteil Trautheim in den Ortsteil Nieder-Ramstadt zu verlagern. Die FDP Mühltal ist entschieden gegen eine derart einseitige Verkehrspolitik in Mühltal.

 

Letzte Änderung: 25.03.2015 16:41:41.