Mehr Leben und mehr Ruhe auf Mühltals Friedhöfen

Friedhöfe sind für die Identität einer Gemeinde wichtig: Sie sind nicht nur ein Ort der Erinnerung an die Angehörigen. Friedhöfe sind Teil unserer Geschichte und Kultur. Sie sind grüne Inseln und öffentliche Ruhe- und Rückzugsräume angesichts des doch immer größer werdenden Verlustes von Grünflächen durch die Nachverdichtung.

Die Friedhöfe in Mühltal liegen landschaftlich sehr schön. Von jedem Friedhof hat man einen weiten Ausblick auf die benachbarten grünen Hügel. Sie laden trotzdem nicht zum Besuchen ein, weil sie öde sind, kaum Bänke haben und der Schatten durch große Bäume fehlt.

Mehr Naturschutz und Nachhaltigkeit auf unseren Friedhöfen, möglichst zusammenhängende Gräberfelder, mehr Freiheit in der Grabgestaltung z.B. durch naturnahe Gräber. Und ein breiteres Angebot an Begräbnisformen: Neben der klassischen Erdbestattung und der Urnenwand sollte es auch Urnengräber auf Wiesenhügeln geben. Das Ganze könnte in eine parkartige Anlage mit Hecken, Bäumen, viel Schatten und mit Sitzbänken integriert sein. Historische Grabmäler müssen erhalten und gepflegt werden.

Jeder Ortsteil hat seine eigenen Anforderungen. Diese sollen mit diesem Antrag ermittelt werden, sodass dann ein Programm für jeden Friedhof in Mühltal festgelegt werden kann. Die Umsetzung wird über viele Jahre gehen. Es soll für Patenschaften für die Pflege der historischen Gräber oder zum Aufbau der Bänke geworben werden. Friedhofe gehören zwar der Gemeinde, sind aber auch ein Bürgerprojekt.

Die Gemeindevertretersitzung vom 1. September 2020 hat einen Antrag der FDP-Fraktion mit großer Mehrheit beschlossen:

Der Steuerungsgruppe IKEK wird empfohlen, die Projekterstellung für die Friedhofsareale als IKEK-Projekt aufzunehmen und zu verfolgen. Für die künftige Entwicklung der Friedhöfe in den einzelnen Ortsteilen soll in diesem IKEK-Projekt je Friedhof ein Entwicklungskonzept entstehen. Das Konzept soll

a) von einem erfahrenen Planungsbüro in Zusammenarbeit mit dem Ortsbeirat, den Vertretern der Religionsgemeinschaften und interessierten Bürgern wie z.B. historische Initiativen erarbeitet werden

b) die künftige naturnahe Nutzung der Friedhofsfläche mit Ruhe- und Begräbnisfeldern unter der Berücksichtigung neuer Bestattungsformen umfassen sowie den Bedürfnissen des jeweiligen Ortsteiles entsprechen.