Trink-Wasser ist kostbar und wird knapp

Im Mittelbachtal ist diese Maschine zu sehen: Ein imposantes Bohrgerät, das einen neuen Tiefbrunnen ergründen soll. In einer Tiefe von 50 Meter ist man auf wasserführende Schichten gestoßen ohne Widerstände durch Fels und Gestein. Jetzt folgen umfangreiche umwelttechnische Prüfungen und darauf aufbauend die Genehmigung. Dann hat Mühltal seinen ersten leistungsfähigen Tiefbrunnen. Bisher sieht es gut aus mit dem ersten neuen Tiefbrunnen in Mühltal. Bleibt zu hoffen, dass auch die geplante zweite Probebohrung erfolgreich verlaufen wird.

Die Schlagzeilen vom Sommer mit „Wassernotstand in Mühltal“ sind manchem noch in Erinnerung. Dabei ist die sichere Versorgung der Haushalte mit Trinkwasser ist eine der fundamentalsten Aufgaben der Gemeinde. Die Wasserknappheit in den letzten Jahren hat jedoch gezeigt, dass sauberes Trinkwasser inzwischen auch in unseren Breiten ein knappes Gut ist. Umdenken ist erforderlich.

„Eine sichere Wasserversorgung für Mühltal steht auf drei Beinen“ sagte dazu der Fraktionsvorsitzende der Mühltaler FDP, Frank Werthmann: „1. Das Angebot an Trinkwasser ausweiten, 2. die Nachfrage nach Trinkwasser über den Preis besser steuern und 3. Möglichkeiten schaffen, um Brauchwasser aus Regenwasserspeichern und aufgegebene Trinkwasserquellen zu nutzen.“ Die FDP hat bereits im Juli 2019 ein umfassendes Programm zur Wassersicherung gefordert. Die Mehrheit in der Gemeindevertretung hat den Antrag unterstützt.

Im September 2020 hat Bürgermeister Willi Muth (FDP) den Fraktionen einen Zwischenstand des neuen Wasserkonzepts Mühltal vorgestellt. Es sollen zwei neue Tiefbrunnen erschlossen werden, die Trinkwasserspeicher werden deutlich vergrößert und Hauptleitungen erneuert, um Wasserverlust durch Wasserrohrbrüche zu vermeiden. Und es gibt konkrete Vorhaben, Brauchwasser für die Bewässerung von Gärten und Sport- und Freizeitanlagen zu nutzen. Dieses Brauchwasser-Konzept hat das Land Hessen überzeugt, sodass dieses innovative Anliegen als Pilotprojekt für andere hessische Gemeinden eingestuft wurde und mit 80 Tsd. € Fördergeldern unterstützt wird.

Bleibt noch das Thema Steuerung des Trinkwasserverbrauchs. Zum 1. Januar 2021 werden die Preise für Wasser und Trinkwasser nach über 10 Jahren wieder neu kalkuliert. Dies ist der richtige Anlass, einen sparsamen Umgang mit Trinkwasser über den Preis zu unterstützen und Regenwassernutzung auch wirtschaftlich attraktiver zu machen. Die FDP hat dazu gerade einen Antrag in der Gemeindevertretung eingebracht. (Der komplette Antrag kann unter FDP-Antrag Wassersparen eingesehen werden.)

Es tut sich was in Sachen Wassersicherheit. Verwaltung und Parteien haben aus der erlebten Engpass-Situation gelernt. Kein allgemeines Lamentieren wie das Ausrufen eines Klimanotstandes, sondern ganz konkret Maßnahmen umsetzen – das ist die Antwort der Freien Demokraten auf den aktuellen Klimawandel.