Flotter mit dem Rad unterwegs (18. Juli 2019)

Flotter mit dem Rad unterwegs

Gemeinde Mühltal will unter anderem asphaltierte Schnellstrecke an der B449 zwischen Trautheim und Darmstadt

Von Rebecca Keller – Darmstädter Echo vom 18. Juli 2019

MÜHLTAL. Es ist schon ein paar Jahre her, als Jürgen Klopp mit dem Spruch „Umparken im Kopf“ in die Kamera grinste. Eine Image-Kampagne, die das Opel-Fahren wieder salonfähig machen sollte. Die Mühltaler FDP bedient sich des Slogans in ihrem Strategiepapier zur Verkehrswende jedoch jetzt, um auf Alternativen zum Auto hinzuweisen.

Eine mögliche Maßnahme zur Verkehrswende ist jetzt von der Gemeindevertretung beschlossen worden. SPD und FDP hatten ähnlich lautende Anträge gestellt. Da laut Frank Werthmann, Vorsitzender der FDP-Fraktion, aus Zeitgründen kein gemeinsamer Antrag aller Fraktionen zustande gekommen sei, wurde über die Anträge von FDP und SPD gemeinsam abgestimmt. Danach soll der Gemeindevorstand mit der Stadt Darmstadt zum einen Gespräche über eine Anbindung von Mühltal an den Radschnellweg Darmstadt/Frankfurt führen. Zum anderen sollen mit dem Darmstädter Magistrat und mit Hessen Mobil Gespräche aufgenommen werden über einen Radschnellweg zwischen Darmstadt und Mühltal. Ziel soll ein asphaltierter Radweg entlang der B 449 zwischen Trautheim und Darmstadt sein: vier Meter breit, von der Straße baulich getrennt, kreuzungsfrei und beleuchtet. In derselben Sitzung wurde auch einem Antrag der Fraktion Fuchs zugestimmt, generell Fahrradstraßen für Mühltal prüfen zu lassen.

Aus Sicht der SPD ist der Ausbau der Infrastruktur für Radfahrer „eine Möglichkeit, dem Pendlerdruck umwelt- und klimafreundlich entgegenzuwirken“, heißt es in ihrer Begründung. Auch aus dem Radverkehrskonzept des Landkreises Darmstadt-Dieburg geht hervor, dass die stark frequentierte Verbindung zwischen Darmstadt und Mühltal für den heutigen Bedarf unzureichend ausgebaut sei.

Die FDP könnte sich zuvor aber eine „schnellere, pragmatische“ Lösung vorstellen, wie Frank Werthmann und Manfred Bender im Gespräch mit dem ECHO erläutern. Die bereits bestehenden Waldwege entlang der B 449 könnten mit einer Glattschotterschicht versehen und so für Radfahrer sicherer und schneller gemacht werden. Bereits im Januar hatte die Gemeindevertretung einem FDP-Antrag zugestimmt zu prüfen, ob entlang der beiden das Ortsgebiet durchlaufenden Bundesstraßen Fahrradwege gebaut werden könnten. Werthmann sei auch im engen Austausch mit der Ortsvorsteherin von Traisa, Dr. Annelie von Arnim, eine der Vorsitzenden des ADFC (Allgemeiner Deutscher Fahrrad Club) Darmstadt-Dieburg. Gespräche mit Hessen Forst stünden noch aus.

„Es könnte dazu beitragen, mehr Autos von der Straße wegzubringen“, so Frank Werthmann, der selbst E-Bike fährt. „Mit ein bisschen gutem Willen“ böten sich in Darmstadt Flächen an, vom Vivarium aus eine Verbindung zum Schnellweg nach Frankfurt zu schaffen. „Wenn wir es schaffen, dass in Mühltal mehr Menschen aufs Fahrrad umsteigen, gibt es auch weniger Autos in Darmstadt“, so der FDP-Fraktionsvorsitzende.

Insgesamt müsse es in Mühltal mehr und sicherere Radwege geben. Das Motto „Umparken im Kopf“ soll kein Zwang, sondern „eine bewusste Entscheidung fürs Fahrrad“ sein. Die Politik müsse dazu die Möglichkeiten schaffen. Es müsse ein Verkehrskonzept für Mühltal geben, wie es auch die Bürgerinitiative GIVV schon lange fordert. Der innerörtliche Verkehr solle entlastet, ein Radwegenetz durch ganz Mühltal geschaffen werden.

Der FDP-Vorschlag, bei der Landesregierung die Kostenübernahme für einen „Nahmobilitäts-Check“ zu beantragen, wurde von der Gemeindevertretung einstimmig beschlossen.

Link zum Artikel im E-Paper:

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